Fantasy-Serien

Der Herr der Meere (- Das abenteuerliche Leben des F. Drake)
1951, Buchdruckerei und Verlag Georg Schäfer, Kaiserslautern, Autor: Erich F. Ursus
 
offen
 

12 Bände (Serie, antiquarisch)
Heftroman, geklammert, 14,5 x 21 [cm]
32 Seiten, Verkaufspreis: 0,30 / 0,40 DM (ab Bd. 4)
Erscheinungsweise: ???
Indizierungen: ---

Eine von nur drei Heftserien des Verlages.

offen  
 
 

Es werden die Abenteuer des Piraten bzw. Kaperfahrers Sir Francis Drake erzählt. Dabei ist erstaunlich, dass bereits auf Band 1 alle Titel der insgesamt veröffentlichten 12 Abenteuer abgedruckt wurden. Heute würde man das wohl eine geplante Kurz- oder Mini-Serie nennen - damals wurde dies mit dem Begriff "Romanfolge in 12 Bänden" verdeutlicht.
Eine Verwandtschaft zu VK-Piratenserien um Francis Drake (z. B. Die Blutfahne der Filibustier) dürfte nicht bestanden haben - damit wohl neue Romane!

Tatsächlich geben die Romane keinerlei Hinweise auf die Erscheinungsweise.

Obwohl die Romane auf dem Cover keinen Untertitel tragen, gibt es sogar gleich zwei zur Serie: Schon zu Beginn wurde auf der Rückseite mit "Leben, Liebe und Abenteuer des Francis Drake" geworben, während (ab Band 4???) die Rota-Seite zum Serientitel den Zusatz erhielt: "Das abenteuerliche Leben des F. Drake".

Die Druckqualität vor allem der Texte der ersten Hefte ist teils sehr schlecht und verschwommen, dabei aber mit sehr kleiner Typengröße, was die Seitenzahl wieder etwas realtivieren dürfte.

Schaut man sich die Gestaltung der Hefte im Lauf der Reihe an, fallen die ersten beiden Bände völlig aus der Reihe (siehe unten). Erst mit Band 3 wurde das oben gezeigte Layout bis zum Reihenende eingeführt und ist daher für die Serie auch typischer.

Der Aufdruck "ZACK" weist auf eine Verwandtschaft mit den Reihen ZACK - Spannende Kriminal- und Abenteuer-Stories (1949-1951) und ZACK - Lederstrumpfstories (1949-1951, Neuausgabe der VK-Reihe Der neue Lederstrumpf) hin, die im Verlag Hermann Kayser liefen.
Die beiden Reihen weisen (z. T. auch erst in der 2. Auflage) eine immense Ähnlichkeit mit den Piratenromanen der Serie Der Herr der Meere ab Band 3 auf. Der Verlag Hermann Kayser hatte seit mindestens 1884 existiert.

Im Georg Schäfer Verlag (möglicherweise Nachfolger des Kayser-Verlages oder ehemalige Inhaber/Mitarbeiter???) erschienen insgesamt nur drei Heftromanserien: Der Herr der Meere (1951, Piraten), Kennedy Kent (1951-1952, Western/Abenteuer) und Arizona Tiger (1951-1952, Western).

Der Verlag Schäfer war aber hauptsächlich im Leihbuchgeschäft tätig (auch unter Skorpion Verlag). Dort finden sich "spezielle Piratenromane", z. B. Die Frauengaleere oder Piraten, Palme, Prostituierte [doch, doch, kein Gag von GGG ;-] aus dem Jahr 1953 (Autor: "Reiterlein", der für viele Sittenromane verantwortlich zeichnete). Die Leihbücher des Verlages erregten häufig den Unmut der Jugendschützer. Jörg Weigand berichtet in Träume auf dickem Papier - Das Leichbuch nach 1945 (S. 67-68), dass dies für den Verlag existenzbedrohend war, als er mit seiner gesamten Produktion ins Visier der Jugendschützer geriet. Die häufigen Urteile gegen den Verlag führten wohl dazu, dass "die Leihbuchhändler sich schlicht weigerten, weitere Titel aus dem Verlag Schäfer zu akquirieren, wurden diese Ihnen doch fast sofort aus den Regalen heraus von der Polizei beschlagnahmt". Laut Weigand seien so nicht einmal die Gestehungskosten gedeckt gewesen.

Um auf den Autor (Hanns) Reiterlein zurück zu kommen: Unter diesem Pseudonym entstanden auch viele der Leihbücher für die durchaus beliebte und erfolgreiche Serie Hanns Hart, die jedoch auch zugleich mit 29 Titeln zu den am meisten von Indizierungen betroffenen (Leihbuch-)Serien gehört.
Hinter dem Pseudonym stand (aber womöglich nicht allein) der Autor Hellmuth-Hubertus Münch, der auch als Hal Brendt viele Kinderbücher geschrieben hat.

Wer aber unter Erich F. Ursus für Der Herr der Meere schrieb, ist unbekannt.


Band 1 der Serie.
Band 2 weist denselben "Errol-Flynn-Rahmen" bei verändertem, eingebettetem Titelbild auf
(offensichtlich inspiriert durch den Film Unter Piratenflagge/Captain Blood von 1935, USA, sw).

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